Stadt Göttingen


2016 | "So könnte es gehen" - konkrete Schritte zur Förderung weiblicher Führungskräfte
Die vielfältigen Hinweise zu Hemmnissen und Motivatoren von Frauen auf ihrem Weg nach oben, wie sie in "Schritt für Schritt" erfasst wurden, sollen aus zwei Perspektiven konkretisiert werden:

  • Verbesserte Transparenz - hierzu wurde vorgeschlagen, das Auswahlverfahren um eine Infostunde zu erweitern, in der individuelle Fragen geklärt werden können.
  • Arbeitszeitflexibilisierung - hier ist unter anderem die Vereinbarkeit mit Familien- und Pflegeaufgaben von Bedeutung. Geprüft werden soll, wie Führungsaufgaben auch in Teilzeitarbeit erfüllt bzw. erprobt werden können.


Beide Ansätze sollen konkretisiert werden, um erprobt und gegebenenfalls nachhaltig verankert zu werden.


2015 | "Schritt für Schritt - Frauen gestalten Zukunft!" - Konzept zur Nutzung des weiblichen Führungspotenzials bei der Stadtverwaltung
Schritt-fuer-Schritt-auf-dem-Weg-nach-obenDie Stadtverwaltung Göttingen wollte mit dem Projekt "Schritt für Schritt auf dem Weg nach oben" ganz konkret in Erfahrung bringen, was die weiblichen Beschäftigten in der Verwaltung motiviert oder bremst, Führungspositionen anzustreben und dort zu arbeiten. Das Projekt wurde gefördert durch das Aktionsprogramm "älter, bunter, weiblicher: Wir gestalten Zukunft!" des Niedersächsischen Sozialministeriums in Kooperation mit der Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte.

Im Laufe des Jahres 2015 wurden Interviews mit Führungsfrauen innerhalb der Stadtverwaltung vorbereitet, durchgeführt und nachbereitet. Die Ergebnisse dieser Interviews lieferten wichtige Hinweise auf strukturelle Maßnahmen, die von der Stadtverwaltung Göttingen ergriffen werden können, um mehr Frauen für Führungspositionen zu gewinnen. Neue Erkenntnisse ergaben sich insbesondere in den Bereichen Personalauswahl, Arbeitszeitflexibilität auch in Führungspositionen, Gewinnung und Betreuung neuer Führungskräfte, Führungskultur sowie interner Austausch und Vernetzung mit dem Frauenbüro Göttingen.

Die Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse soll nun dazu beitragen, das Potenzial von Frauen für die Verwaltung und für sie selbst gewinnbringend zu entwickeln und zu nutzen und die "gläserne Decke" zur Leitungsebene der Verwaltung zu durchbrechen.

Frauenbüro der Stadt Göttingen (Hrsg.): Schritt für Schritt auf dem Weg nach oben, Projekt zur Förderung der weiblichen Führungskräfte bei der Stadtverwaltung Göttingen, Göttingen, Dezember 2015


2014 |
Teilzeitausbildung in der Altenpflege
Unter dem Motto "Viele Wege führen zum Erfolg" startete in Göttingen ein neues Modell zur Teilzeitausbildung in der Altenpflege. Den Anstoß zur Entwicklung des anerkannten Ausbildungskonzepts gab das Frauenbüro der Stadt. Genaue Planung und intensive Kooperationen führten zum Erfolg: Das "Göttinger Modell" ermöglicht den Ausbildungsabschluss nach 3,5 Jahren. Eine Broschüre dokumentiert nun die Planungsphase des Vorhabens, das unter anderem aus Mitteln des Aktionsprogramms "älter, bunter, weiblicher: WIR GESTALTEN ZUKUNFT!" gefördert wurde.

Die Teilzeitausbildung startete im September 2014 mit sieben Teilnehmenden in der Berufsfachschule für Altenpflege der Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Nds. Süd gGmbh. Vorteile hat das Teilzeit-Ausbildungsmodell für Alleinerziehende und andere Personen, die aus unterschiedlichen Gründen mehr Zeit zum Lernen benötigen, ihre Sprachkenntnisse verbessern oder andere relevante Kenntnisse erwerben wollen.

Das Frauenbüro der Stadt Göttingen hat in Zusammenarbeit mit der Bildungsvereinigung und Altenpflegeeinrichtungen das Konzept zur Teilzeitausbildung insbesondere mit Blick auf Alleinerziehende entwickelt. Kern der Überlegungen war eine überschaubare Ausbildungsdauer. In enger Abstimmung mit der Niedersächsischen Landesschulbehörde entstand so das "Göttinger Modell", das in 3,5 Jahren statt in 3 Jahren zum Ausbildungsabschluss führt.

Der hohe Planungsaufwand aller Beteiligten hat sich gelohnt: Das "Göttinger Modell" wird andernorts als Vorlage genommen und kann perspektivisch als Schablone für andere Berufe dienen.

Frauenbüro der Stadt Göttingen (Hrsg.): Teilzeitausbildung in der Altenpflege, Göttingen 2014. Die Broschüre steht auf der Website des Göttinger Frauenbüros zum Download bereit.


2013 | Teilzeitausbildung in der Altenpflege

2013 erstellte das Frauenbüro der Stadt Göttingen im Rahmen des Landesprogramms "älter, bunter, weiblicher - Wir gestalten Zukunft!" die Expertise "Teilzeitausbildung in der Altenpflege". Ziel war es unter anderem, mit gelungenen Beispielen anzuregen, die Ausbildung für Menschen mit Pflege-/ Erziehungsaufgaben attraktiv zu machen. Bereits die Erarbeitung wurde begleitet durch Fachgespräche mit Expertinnen und Experten vor Ort. Dazu gehörten Pflegeeinrichtungen und Pflegeschulen ebenso wie Behörden auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Erklärtes Ziel war es, ein Modell zu entwickeln, wie eine Teilzeitausbildung in 3,5 Jahren zum Erfolg führen kann.

2014 wird die praktische Umsetzung weiter verfolgt. Die Berufsfachschule Altenpflege von ARBEIT UND LEBEN hat ein Konzept entwickelt, das von der Landesschulbehörde genehmigt wurde. Einrichtungen wie Behörden haben ihre praktische Unterstützung signalisiert. Am 01. September 2014 beginnt dann die Ausbildung mit reduzierten Wochenstunden praktischer Ausbildung, mit theoretischem Unterricht im Block und ggfs. begleitenden Förderangeboten.

Die Ausbildung ist als "Kurs im Kurs" angelegt: Die Theorie von 36 Wochenstunden wird gemeinsam mit den Vollzeitauszubildenden gelernt. Die festen Unterrichtzeiten stimmen mit den üblichen institutionellen Betreuungszeiten überein. Während die Prüfungsvorbereitungen für die Vollzeitazubis laufen, kann der praktische Teil für die Teilzeitazubis intensiviert werden - durchaus ein Vorteil für die Praxisstellen. Und ein Vorteil für die Auszubildenden: Ein Wechsel von Vollzeit zu Teilzeit und umgekehrt ist relativ problemlos möglich.

Weitere Informationen finden Sie in der Kurzübersicht und im Flyer.


2011- 2012 | Wir werden älter - na und?!

Aufbauend auf die Bestandsaufnahme 2011 wurden in 2012 mit konkreten Maßnahmen für zwei Modellbereiche bei der Stadtverwaltung Göttingen Qualifizierungsmodule entwickelt und erprobt. So sollte die Situation von Beschäftigten im Reinigungs- und Küchenbereich (in niedrigen Entgeltgruppen) in den Blick genommen und in drei Handlungssträngen mit konkreten Maßnahmen verbessert werden. Ziel war es, die Beschäftigungsfähigkeit von Frauen zu sichern, eine eigenständige Existenzsicherung bis zum Eintritt ins gesetzliche Rentenalter zu ermöglichen um damit Altersarmut zu verhindern.

Folgende Maßnahmen wurden dazu im einzelnen durchgeführt:

  • Empowerment: Umgang mit EDV und neuen Medien, z.B. Nutzung von Intranet und Outlook sowie arbeitsplatzorientierte Anwendung von Softwareprogrammen z.B. für ein bargeldloses Bestell- und Abrechnungssystem. Verwaltungsinterne "Berufsorientierung" und Vorbereitung auf Personalauswahlverfahren (schriftlich und mündlich)
  • Strukturelle Maßnahme: Schulung der operativen Führungskräfte in ihrer Führungskompetenz inklusive "managing diversity"
  • Sensibilisierung der Personalverantwortlichen: Fachbereich Personal und Organisation und Personalvertretung, durch die begleitende Steuerungsgruppe und die externe Prozessbegleitung


Für die Bausteine wurden Anforderungsprofile entwickelt, die Kriterien in einem "fortbildungsuntypischen" Bereich festlegen und damit eine Erfolgskontrolle ermöglichen. Eine Auswertung der Maßnahmen erfolgte unter drei Fragestellungen: Sind die Maßnahmen geeignet, um die Beschäftigungs-/ Leistungsfähigkeit zu sichern? Lassen sich vergleichbare "Kombipakete" für andere Bereiche der Stadtverwaltung "schnüren"? Lässt sich daraus ein kontinuierliches Angebot für die beiden Modellbereiche Reinigung und Küche installieren?

Eine gute interne Vernetzung hat die Umsetzung in den Modellbereichen und der Qualifizierungsmodule gefördert und die Nachhaltigkeit gesichert. Die Ziele "audit berufundfamilie" wurden berücksichtigt und konkretisiert. Die Dokumentation kann Kommunen oder auch Unternehmen Anregungen für den Umgang mit dem demografischen Wandel geben. Die Rahmenbedingungen für eine eigenständige Existenzsicherung für Frauen sollten verbessert und der Erhalt der Leistungsfähigkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesichert werden.


2011 | Analyse der Situation weiblicher Beschäftigter in der Stadtverwaltung
Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Göttingen führte 2011 eine Analyse der Situation weiblicher Beschäftigter in der Stadtverwaltung durch. Um die Existenzsicherung zu gewährleisten und vor Altersarmut zu schützen, gilt es, Beschäftigungsfähigkeit von Frauen langfristig - bis zum Eintritt in das gesetzliche Rentenalter - zu sichern. Angesprochen wurden weibliche Angestellte, Führungskräfte, aber auch Personalverantwortliche und weitere Verwaltungen.

Das Projekt wurde in vier Schritten umgesetzt: In einem halbtägigen Auftaktworkshop mit allen Projekt-Beteiligten wurden Organisation und Technikbedarf geklärt, der Leitfaden für die qualitative und quantitative Untersuchung entwickelt sowie die Perspektive und Modellbereiche der Analyse formuliert. Darauf aufbauend wurde auf der Grundlage bereits vorhandener Daten ein technisches und inhaltliches Analysetool entwickelt, das den besonderen Handlungsbedarf, z.B. körperliche Arbeit oder lange Erwerbsunterbrechung, ermittelt. Qualitative Interviews mit weiblichen Beschäftigten wurden anschließend durchgeführt. Auf einer halbtägigen Abschlussveranstaltung wurden die Ergebnisse dann vorgestellt sowie die weitere Planung für die Stadtverwaltung erörtert. Die Umsetzung wuirde dokumentiert.

Langfristig sollen Qualifizierungsmodule erprobt und entwickelt werden, die auf dem bereits bestehenden Verfahren wie "audit berufundfamilie" basieren sollen.


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