ESF-Modellprogramm zum beruflichen Wiedereinstieg von Frauen

Die Geburt eines Kindes oder ein Pflegefall in der Familie - das sind die häufigsten Gründe dafür, dass Frauen ihre Berufstätigkeit für eine Zeit lang aufgeben. Die Rückkehr in den Job fällt oft schwer. Deshalb begleitet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit weiterhin Frauen beim beruflichen Wiedereinstieg: Seit Juli werden Frauen an bundesweit 23 Modellstandorten dabei unterstützt, nach einer längeren familienbedingten Auszeit wieder ins Berufsleben einzusteigen.


Das BMFSFJ stellt in der Förderperiode 2014-2020 des Europäischen Sozialfonds (ESF) für das Modellprogramm "Perspektive Wiedereinstieg - Potenziale erschließen" bis Ende 2021 rund 28 Millionen Euro an ESF-Mitteln zur Verfügung.


Nach wie vor nehmen berufliche Wiedereinsteigerinnen statt einer qualifizierten, vollzeitnahen Tätigkeit oft eine geringfügige Teilzeitbeschäftigung auf, die für eine eigenständige Existenzsicherung und die Absicherung im Alter problematisch sein kann. Zudem ist es auch mit Blick auf den aktuellen Fachkräftebedarf wichtig, bestehende Potenziale nicht zu verschenken und qualifizierten Wiedereinsteigerinnen die bestmögliche Unterstützung zu gewähren.


Im Mittelpunkt des Modellprogramms stehen Aktivierungs-, Beratungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Wiedereinsteigerinnen und die Ansprache von Arbeitgebern. Dabei werden neue Themenschwerpunkte gesetzt:


  • Wiedereinstieg und Pflegeverantwortung:
    Fachleute beraten zu Lösungen für eine gute Vereinbarkeit von Pflegeaufgaben und Beruf bzw. Wiedereinstieg.

  • Minijobs:
    Die Expertinnen und Experten an den Modellstandorten unterstützen geringfügig Beschäftigte dabei, ihr berufliches Engagement auszuweiten und eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit aufzunehmen.

  • "Perspektive Wiedereinstieg Online":
    Das sehr erfolgreiche und bereits mehrfach ausgezeichnete E-Learning-Programm für Teilnehmerinnen und Teilnehmer am ESF-Modellprogramm wird in der neuen Förderphase thematisch ausgebaut und fortgeführt.

  • Haushaltsnahe Dienstleistungen:
    Die Inanspruchnahme Haushaltsnaher Dienstleistungen kann Freiräume für den beruflichen Wiedereinstieg eröffnen oder dazu beitragen, einen Ausstieg aufgrund von Pflegeaufgaben zu vermeiden. Informationsangebote sollen die Akzeptanz für die Haushaltsnaher Dienstleistungen erhöhen.


In Niedersachsen beteiligen sich die Volkshochschule Göttingen gGmbH und die ProArbeit Beschäftigungsförderung des Landkreises Osterholz kAöR. Eine Liste mit den 23 Standorten des ESF-Modellprogramms "Perspektive Wiedereinstieg - Potenziale erschließen" finden Sie unter www.bmfsfj.de.


Bereits in der vergangenen ESF-Förderperiode 2007-2013 konnten mit dem gleichnamigen ESF-Programm "Perspektive Wiedereinstieg - Bereit für neue Wege" über 25.000 Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger erreicht werden. Knapp 7.000 wurden bei der Rückkehr in den Beruf eng begleitet - das Ergebnis: Mehr als 65 Prozent konnten in Beschäftigung oder Qualifizierung integriert werden.



<< zurück