Das Alter(n) und die Frauen

Das Alter ist weiblich. Das Bild vom Alter wird weitgehend von Frauen geprägt. Aufgrund der längeren Lebenserwartung der Frauen und teilweise noch durch die erhöhte Sterberate der Männer während des Zweiten Weltkriegs überwiegt ihr Anteil in der Altenbevölkerung in Deutschland. Derzeit beträgt der Frauenanteil bei den 60-Jährigen und Älteren über 60 Prozent. Mit zunehmendem Alter wächst dieser Anteil ganz erheblich an.

Bei den Hochbetagten über 80-Jährigen kommen auf 100 Männer 261 Frauen. Heute 65 jährige Frauen können durchschnittlich noch mit 20 weiteren Jahren rechnen. Das Phänomen der "Feminisierung" (überwiegend Frauen in höheren Altersgruppen) kann zu Benachteiligung im Alter führen, denn alleinlebende Frauen haben zumeist ein geringeres Einkommen stellen auch die Mehrheit unter den Pflegebedürftigen in stationären Einrichtungen.

Altersstrukturen

  • Verjüngung des Alters: Die Lebenserwartung verlängert sich "am oberen Ende" des Lebens. Wir werden alle älter und altern sehr viel gesünder als früher. Eine heute 50-Jährige ist so fit wie noch 1970 eine 40-Jährige. Das Alter wird zunehmend aktiver und ältere Frauen und Männer wollen gesellschaftlich auch Verantwortung übernehmen.
  • Die Altersphase dehnt sich zeitlich weiter aus. Der in den letzten Jahren frühere Berufsausstieg und die höhere Lebenserwartung tragen zur Ausdehnung der Altersphase von bis zu 30 Jahren bei.
  • Das Alter differenziert sich aus. Die Einteilung in "junge Alte" (unter 65 Jahre), "mittlere Alte" (zwischen 65 und 84 Jahre) und "Hochaltrige" (über 85 Jahre) ist weit verbreitet. Diese Differenzierung ist insofern von Bedeutung, weil mit unterschiedlichen Lebenslagen auch unterschiedliche Interessen und Bedarfe bspw. an Kultur, Freizeit und Unterstützung durch Dritte verbunden sind.
  • Das Alter wird "bunter" Ältere Menschen mit Migrationshintergrund und Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler bleiben dauerhaft in Deutschland. Dadurch verändert sich auch die kulturelle Zusammensetzung der Altenbevölkerung. Umso wichtiger ist es, die spezifischen Bedürfnisse dieser wachsenden Bevölkerungsgruppen in der Alten- und Sozialpolitik zu berücksichtigen: beispielsweise durch Angebote der kultursensiblen Pflege.
  • Singularisierung des Alters: (Alleinlebende im Alter) Während in den mittleren Lebensjahren mehr Männer allein leben, steigt der Anteil der alleinlebenden Frauen mit zunehmenden Alter an. Ältere Menschen bleiben nach dem Verlust des Partners häufig allein im eigenen Haushalt. Da die durchschnittliche Lebenserwartung von Männern kürzer ist, sind besonders Frauen davon betroffen. Neue soziale Netzwerke im Stadtteil und in der Nachbarschaft werden deshalb an Bedeutung zunehmen.


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