Studie zur Altersarmut | Frauen sind besonders betroffen

In Deutschland nimmt der Anteil der über 65-Jährigen, die im Alter armutsgefährdet sind, zu. Im Bundesdurchschnitt stieg der Anteil armutsgefährdeter Menschen in dieser Altergruppe zwischen 2006 und 2013 von 10,4 Prozent auf 14,3 Prozent. Besonders häufig betroffen sind Frauen, Alleinstehende, Geringqualifizierte und Menschen mit Migrationshintergrund. Und das Risiko für Altersarmut ist regional ganz unterschiedlich verteilt. Das sind Ergebnisse der neuen Studie "Altersarmut in Deutschland - Regionale Verteilung und Erklärungsansätze" im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.


Am niedrigsten war der Anteil armutsgefährdeter Menschen 2013 in Berlin, Sachsen und Hamburg (11,0, 11,5 und 11,7 Prozent). Das Saarland, Rheinland-Pfalz und Bayern wiesen die höchsten Quoten auf (19,2, 17,8 und 17,0 Prozent). Die hohe Armutsgefährdung in diesen drei Bundesländern steht im Zusammenhang mit niedrigen Frauenbeschäftigtenquoten und Einkommen in der Vergangenheit. 2013 waren in Westdeutschland ältere Menschen häufiger armutsgefährdet als in Ostdeutschland. Dieser Trend dürfte sich aber innerhalb der nächsten 10 Jahre umkehren, so die Studie. Im Westen werde das Armutsrisiko dagegen in den meisten Bundesländern auf gleichem Niveau weiterbestehen.


Frauen, Geringqualifizierte und Menschen mit Migrationshintergrund besonders betroffen


Der Studie zufolge sind Frauen deutlich häufiger von Altersarmut bedroht als Männer (16,2 gegenüber 12 Prozent). Für Frauen, die in Einpersonenhaushalten leben, ist das Risiko sogar doppelt so hoch wie für Männer in Singlewohnungen. Auch für Geringqualifizierte und Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund oder mit ausländischem Pass gilt im Alter ein besonders hohes Armutsrisiko (24,9, 32 und 39 Prozent). Diese Gruppen sind überdurchschnittlich häufig von unterbrochenen Erwerbsbiographien, hohen Teilzeitarbeitsquoten und niedrigen Löhnen betroffen, was die Wahrscheinlichkeit für niedrige Renten und Altersarmut erhöht.


Die Studie sieht die Kommunen in einer wichtigen Rolle: Sie können einen Beitrag zur Prävention von Altersarmut leisten, indem sie beispielsweise durch den Ausbau der Kindertagesbetreuung die Erwerbsbeteiligung von Müttern ermöglichen. Andererseits können Kommunen die Folgen von Altersarmut abmildern, indem sie intensive soziale Betreuungs- und Unterstützungsangebote für ältere Menschen vor Ort bereitstellen.


Die Studie "Altersarmut in Deutschland - Regionale Verteilung und Erklärungsansätze" wurde von der Ruhr-Universität Bochum in Kooperation mit IT.NRW durchgeführt.



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