NIW | Kommunen in Niedersachsen vom demografischen Wandel unterschiedlich betroffen

In seiner aktuellen Bevölkerungsprognose 2010 bis 2030 im Auftrag der NBank hat das Niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung (NIW) unterschiedliche Entwicklungstrends für Städte und Gemeinden in Niedersachsen festgestellt.

Dabei ist der Rückgang der Einwohnerzahlen nur eine Größe. Der Rückgang der Kinderzahlen wird zu weniger Bedarf an Betreuungsplätzen und Schulen führen, die Abwanderung junger Familien aus dem ländlichen Raum mittelfristig zu weniger Kindern in den nachwachsenden Jahrgängen dieser Regionen. Die großen Städte hingegen werden von dieser Zuwanderung eher profitieren.

Als gravierend werden die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die mittleren Jahrgänge eingestuft. Von der Alterung der geburtenstarken Jahrgänge der 60er Jahre sind massiv steigende Zahlen älterer Arbeitnehmer zu erwarten, die nach ihrem Eintritt ins Rentenalter nicht mehr durch nachwachsende Jahrgänge kompensiert werden können. Einen daraus resultierenden Fachkräftemangel prognostiziert das NIW für alle Regionen des Landes und empfiehlt gezielte Bildungsanstrengungen, um die Qualifizierungspotenziale von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Besonders wichtig ist dies für einen qualifizierten Nachwuchs der kleinen und mittleren Betriebe im ländlichen Raum.

Durch die wachsende Zahl älterer Menschen wird auf der anderen Seite die Nachfrage nach Gesundheits- und Pflegedienstleistungen, generell nach sozialen Einrichtungen steigen. In den entwicklungsstarken Räumen wie im westlichen Niedersachsen und in den großen Städten wird das zu größeren Herausforderungen führen. In den bereits jetzt überalterten Gemeinden im südlichen Niedersachsen hingegen wird der Anteil älterer Menschen nur noch im geringen Maße zunehmen.
Für jede Region sind spezifische Entwicklungen zu berücksichtigen, mit denen sich die Kommunen gezielt auseinanderzusetzen haben und die eine vorausschauende Planung erforderlich machen.

Eine Übersichtskarte Niedersachsen zur Bevölkerungsprognose und Gemeindeprofile stehen auf der Website des NIW zum Download zur Verfügung.


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