Wohnraumbericht der NBank | Generationengerechtes Wohnen in Niedersachsen

Der Bericht zur Wohnungsmarktbeobachtung 2014/2015 der Investitions- und Förderbank Niedersachsen NBank geht davon aus, dass sich in den kommenden Jahren die Struktur der Haushalte in Niedersachsen und damit auch die Wohnungsnachfrage deutlich verschieben werden. Der vorhandene Wohnungsbestand mit einem großen Anteil von Einfamilienhäusern dürfte dann vielerorts nicht mehr zu den Wünschen der zunehmend älteren und kleineren Haushalte nach einer barrierearmen Wohnungsgestaltung und zentraler Wohnlage passen.


Der alle zwei Jahre erscheinende Bericht zur Wohnungsmarktbeobachtung wurde erstmals gemeinsam vom Niedersächsischen Sozialministerium, der NBank, dem Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Niedersachsen und Bremen (vdw) und dem Verband der Bauindustrie publiziert. Wichtiger Parameter des Wohnungsmarktberichts 2014/2015 ist die Prognose der Bevölkerungsentwicklung. Danach wächst die Bevölkerung in Niedersachsen bis zum Jahr 2019 wieder an und nimmt danach bis zum Ende des Prognosezeitraums um 4,8 % auf 7,2 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner ab.


Die Zunahme der Bevölkerung ist insbesondere auf die starke Zuwanderung zurückzuführen. Diese wird nach der Prognose in den nächsten Jahren verstärkt anhalten. Dieser Prozess verläuft aber regional genauso unterschiedlich wie der folgende Bevölkerungsrückgang. Dynamische Regionen wie Hannover oder Osnabrück profitieren von vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten und einer guten Infrastruktur. Abseits der großen Städte sind die Perspektiven sehr unterschiedlich. Im Süden und Nordosten des Landes, in weiten Teilen des Küstenraums und im mittleren Niedersachsen südlich von Bremen dominieren zum Teil erhebliche Bevölkerungsrückgänge.


Gegen den landesweiten Trend steigt die Zahl von Familienhaushalten in den prosperierenden Regionen deutlich an. So ist ein Anstieg in Hannover von 9 % und in Osnabrück von 7 % zu erwarten.


Anteil an Seniorinnen und Senioren stark steigend


Der Anteil der Seniorinnen und Senioren (60 und älter) an der Bevölkerung wird von aktuell landesweit rund 27 % auf etwa 36 % im Jahr 2035 steigen. Starke absolute Zuwächse wird es vor allem in den heute noch jungen Teilräumen geben, die sich im Westen des Landes und im suburbanen Raum um Hamburg, Bremen, Braunschweig und Wolfsburg befinden. Im Süden und Nordosten des Landes bleibt die Zahl der Seniorinnen und Senioren dagegen relativ stabil. Mit dem wachsenden Anteil der älteren Bevölkerungsgruppe in Niedersachsen steigt der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum und kleineren Wohnungen.


Dieser Trend wird dadurch verstärkt, dass in mehr als zwei Drittel aller der Haushalte nur ein oder zwei Personen wohnen. Der Ein-Personenhaushalt ist mit 40 % die häufigste Haushaltsform in Niedersachsen. Ein Drittel davon wird von Seniorinnen oder Senioren bewohnt.


Einfamilienhaus in Niedersachsen dominiert


In Niedersachsen dominieren die Einfamilienhäuser. Rund 61 % der Wohnungen befinden sich in Ein- und Zweifamilienhäusern. Angesichts der dargelegten Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur und in der Bevölkerungsgröße passt der Bestand oft nicht mehr zur zukünftigen Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt. Dabei hat die Neubautätigkeit in den letzten Jahren schon stark zugenommen. Die Bautätigkeit hatte ihren Tiefstand in den Jahren 2008 bis 2010. Trotzdem besteht gerade in den dynamischen Regionen weiterhin Nachholbedarf.


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